Zwei Raeume
fuer sich
allein

Maria von
Gneisenau
und Schloss
Molsdorf

Das Buch zur Ausstellungsreihe jetzt erhältlich!

Ausstellungsreihe der Kunsthalle Erfurt auf Schloss Molsdorf 2016
Kuratiert von Silke Opitz

Zwei Raeume
fuer sich
allein



Maria von Gneisenau (1873 Mettmann–1926 Berlin) hat Schloss Molsdorf von 1909 bis 1923 besessen und vor allem in den Sommermonaten bewohnt. Zwei einmalige private Wohnräume der Gräfin sind aus dieser Zeit erhalten geblieben: ein kostbar ausgestattetes Marmorbad
und ein fantastisch dekorierter Ruheraum
, der mit einem Aquarium vor dem hohen Fenster weniger an eine Grotte als an den Meeresgrund erinnert. Mit Entwurf und Ausführung hatte die Gräfin 1909 Paul Schultze-Naumburg und die Saalecker Werkstätten beauftragt. Die beiden exquisiten Raumkunstwerke wirken wie begehbare Zeitkapseln im Molsdorfer Schloss. Sie boten den Anlass, sich nicht nur mit einem modernen Kapitel Baugeschichte des Anwesens sondern vor allem mit Leben und Wirken einer bis dahin recht unbekannten Dame zu beschäftigen. Diese ließ 1914 den Pavillon im Schlossgarten zur Automobilgarage umbauen und übertrug das an sich schon bemerkenswerte Projekt noch dazu einer Frau: Emilie Winkelmann gilt als erste freie deutsche Architektin überhaupt.

Mit der Ausstellungsreihe Zwei Räume für sich allein wird der Versuch unternommen, neben der Biografie die Persönlichkeit Maria von Gneisenaus als Schriftstellerin und sich emanzipierende Frau zu fassen und durch zeitgenössische künstlerische Ansätze und Medien zu reflektieren. Eine Kabinettschau wird Einblicke in ihr Leben und literarisches Schaffen vermitteln. Die Gräfin war Harry Graf Kessler im Berliner Haus ihres Halbbruders Karl von der Heydt begegnet, mit Rainer Maria Rilke bekannt und mit Sophie Hoechstetter befreundet. Dank der Leihgaben ihrer Nachfahren und des Schweizerischen Literaturarchivs in Bern können erstmals entsprechende historisch-persönliche Dokumente und Publikationen gezeigt werden. Parallel dazu finden im sogenannten Turmzimmer – das im Ostflügel des Schlosses unmittelbar an das Marmorbad der Gräfin anschließt – wechselnde Einzelausstellungen internationaler zeitgenössischer Künstler/innen und Designer/innen statt. Gouachen, Collagen, Silberobjekte und Installationen von Delphine Courtillot, Jorge Chamorro, Wiebke Meurer und Sarah Westphal wurden sorgsam auf den historischen Ort und Kontext hin ausgewählt oder sogar eigens dafür entwickelt. Mit den Einzelausstellungen der genannten Künstler/innen werden Zeitschichten und Atmosphären, die sich in Wohnräume einschreiben, das durchaus modebewusste und literarisch inspirierte Aus- und Anprobieren verschiedener weiblicher Rollen und Identitäten, eine bisweilen dekadente Vorliebe für alles Dekorative sowie das Aufbrechen von Geschlechterbildern thematisiert – Umstände, Eigenschaften und Phänomene, die für Maria von Gneisenau als ehemalige Besitzerin von Schloss Molsdorf charakteristisch waren. Bis heute haben diese nichts an Faszination und Aktualität verloren.

Anlässlich der Ausstellungsreihe Zwei Räume für sich allein wird neben dem seit 2002 der Öffentlichkeit zugänglichen Marmorbad auch die Ruhenische oder das Aquarium-Zimmer als zweiter erhaltener Molsdorfer Raum der Gräfin im Rahmen von Sonderführungen temporär zu besichtigen sein.
Eine Publikation, die neueste Forschungsergebnisse zu Leben und Wirken der Gräfin wie zur Baugeschichte ihrer beiden Molsdorfer Schlossräume enthalten und auch die aktuellen künstlerischen Positionen vorstellen wird, soll die Ausstellungsreihe begleiten. Thematisch relevante Vorträge und Führungen werden ebenfalls angeboten.
 

Maria von
Gneisenau


Maria von Gneisenau
geb. von Bonin (1873 Mettmann–Berlin 1926), auch Mary oder Marie genannt, wuchs in Berlin und Brettin auf. Entsprechend ihrer aristokratischen Herkunft genoss sie eine solide Schulbildung und nahm darüber hinaus Privatunterricht in den musischen Fächern. 1892 heiratete sie sehr jung, äußerst standesbewusst und wohl voller Erwartungen Hugo Gustav Georg Friedrich-August Graf Neidhardt von Gneisenau (1869 Stendal–Krefeld 1959), einen Urenkel des berühmten Generalfeldmarschalls. Die gemeinsamen Söhne August Wilhelm Anton Constantin und Siegmut Lothar wurden 1894 und 1901 geboren. 1905 wurde die Ehe geschieden. Lebensmittelpunkt der Gräfin war von nun an Berlin, wo sie in Charlottenburg eine Stadtwohnung unterhielt. Schloss Molsdorf erwarb sie 1909 als Sommersitz. Im Gegensatz zu ihrem ersten Ehemann wird Maria von Gneisenau ihrem Naturell nach als musisch-elegisch beschrieben, was sich auch in ihrer Hinwendung zu den schönen Künsten und besonders zur Literatur zeigte. Sie verfasste mehrere Erzählungen und Gedichte, die bei Julius Bard oder in der von Maximilian Harden herausgegebenen Wochenschrift »Die Zukunft« erschienen. Darüber hinaus war sie mit Rainer Maria Rilke und Sophie Hoechstetter bekannt. Im Berliner Haus ihres Halbbruders Karl von der Heydt war sie zudem Harry Graf Kessler begegnet. Sicher spiegeln sich ihre künstlerischen Ambitionen auch in der Umgestaltung und Modernisierung von Schloss Molsdorf wider, die vornehmlich in der Hauptumbauphase von 1909 bis 1911 erfolgten. 1918 heiratete die Gräfin Georg Baron Manteuffel-Szoege. Sie verkaufte das Molsdorfer Anwesen Anfang 1923 und verbrachte nun die Sommersaison auf den Familiengütern ihres zweiten Ehemannes im heutigen Polen. Doch schon 1926 starb sie nach schwerer Krankheit, im selben Jahr, in dem sich ihr jüngster Sohn das Leben genommen hatte.

Die Biografie der Gräfin verfügt gewiss über »dramatische Qualitäten«, erscheint aber im Grunde wie das Leben oder der Lebensentwurf vieler adliger Damen der Zeit. Maria von Gneisenau litt, kokettierte und haderte ihr Leben lang unter beziehungsweise mit dem Gefühl des »Unerfülltseins«, was auch ihre schriftstellerischen Versuche belegen. Sie gehörte jener Generation und jenem Typus von Frauen an, die das tradierte aristokratische Rollenbild noch lebten und durchaus für sich beanspruchten. Andererseits spürte und erhoffte sie diesbezügliche Veränderungen, wenn auch eher vage und unentschieden. Größere »Erfüllung« hätte jedoch auch größere, d.h., aktivere (Eigen-) Verantwortlichkeit bedeutet, wobei weniger die finanzielle Situation als vermutlich eine mangelnde Selbstbestimmtheit und -gerichtetheit in Kombination mit einem ausgeprägten Elitebewusstsein das eigentliche Problem der Gräfin darstellte. Maria von Gneisenau wollte und konnte sich wohl nicht aus den herkömmlichen gesellschaftlichen Mustern und Verstrickungen lösen. Neben dem Standesethos blieb sie auch in der Kunst einem konservativ-traditionellem Ideal verbunden. Dennoch stellt der Lebensentwurf der Gräfin – insbesondere als der einer Frau zu Beginn des 20. Jahrhunderts – den Modernitätsbegriff seiner allgemein üblichen Bedeutung nach in Frage. Die Gneisenau gefiel und probierte sich nicht nur als Femme fatale mit einem Faible für die Demimonde. Sie lebte auch und insbesondere in jenen Jahren als »gestaltende Schlossherrin« nach ihren eigenen Vorstellungen und noch dazu vorübergehend ganz frei von einem »Herren«.


 

Schloss
Molsdorf

Ungefähr zehn Kilometer südwestlich der thüringischen Landeshauptstadt Erfurt, nahe dem Autobahnkreuz Erfurt (A 4/A 71), erhebt sich aus einer Talsenke in einem etwa acht Hektar großen Landschaftspark Schloss Molsdorf
. Hervorgegangen aus einer Wasserburg des 16. Jahrhunderts – woran vor allem die von Türmen gesäumte, noch immer wehrhaft erscheinende Nordfassade erinnert – verdankt es seine heutige Erscheinung im Wesentlichen Reichsgraf Gustav Adolph von Gotter (1692–1762). Dieser weltgewandte Adlige, Diplomat und Lebemann erfreute sich der besonderen Gunst Herzogs Friedrich II. von Sachsen-Gotha-Altenburg, in dessen Dienst er stand. Hohes, mit diversen Orden und Titeln verbundenes Ansehen erwarb er sich beim deutschen Kaiser, beim König von Preußen, beim russischen Zaren und vielen Fürsten. Mit Anfang 40, Gotter war auf dem Höhepunkt seiner Karriere und seines Ruhmes angelangt, fand er, wie es eine Inschrift am Nordportal verheißt, mit dem damaligen Rittergut Molsdorf den Winkel der Erde, der ihn von allen am besten gefällt (»Hicce terrarum praeter omnes angelus ridet«). Für den Umbau von einer Burg zum Lustschloss gewann er den am weimarischen Hof angestellten Landbaumeister Gottfried Heinrich Krohne (1703–1756). Auch im Hinblick auf die Ausstattung entschied sich Gotter für anerkannte Meister – so etwa den damals bekannten Stuckateur Johann Baptist Pedrozzi (1710–1778). Für den Erhalt der bereits existierenden Lustgärten nebst Orangerien sowie für die Anlage neuer Gartenbereiche in existierenden Lustgärten nebst Orangerien sowie für die Anlage neuer Gartenbereiche in seinem Sinne, schloss Gotter einen »Contract« mit dem Gärtner Johann Jacob Hartmann. Insgesamt 15 Jahre befanden sich Schloss und Park Molsdorf in Gotters Besitz. Dass er die heitere Festlichkeit ausstrahlende Gesamtanlage trotz guten Verdienstes, trotz mancher privater Zuwendung aus fürstlicher Schatulle und trotz erfolgreichen Glücksspiels verkaufen musste, dürfte mit dem ausschweifenden Lebensstil Gotters zu erklären sein. War das Schloss da bereits in einem mangelhaften baulichen Zustand, verschlimmerte sich das über Generationen. Nutzungen, wie vor allem nach dem Zweiten Weltkrieg als Unterkunft für Umsiedler und als Domizil für ein Kinderheim, taten ein Übriges. Noch zu Beginn der 1950er Jahre wurde darum auch ernsthaft ein Abriss erwogen. (Auszug der Internetseite der Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten, mehr Informationen finden Sie unter Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten)


 

Maria von
Gneisenau
und Schloss
Molsdorf


Die Gräfin erwarb Schloss und Park Molsdorf 1909 von Herzog Carl Eduard von Sachsen-Coburg und Gotha und besaß das Anwesen bis 1923. Sie modernisierte das Schloss, indem sie eine Be- und Entwässerungsanlage installieren, das Dach decken und das Haus elektrifizieren ließ. Darüber hinaus wurden eine Klingel- und Telefonanlage sowie eine Wasserleitung gelegt und weitere Umbaumaßnahmen in allen Geschossen realisiert.

So ließ die Gräfin etliche Wohnräume für sich und ihre beiden Söhne sowie für ihre Freundinnen und Gäste im Obergeschoss umgestalten. Jedoch stellen insbesondere ihr Marmorbad und ihre Ruhenische zwei phantastisch dekorierte, kostbare Raumkunstwerke dar, die sich glücklicherweise bis heute erhalten haben. Mit Design und Ausführung hatte die Gneisenau Paul Schultze-Naumburg und die Saalecker Werkstätten beauftragt. Das Marmorbad ist wiederholt restauriert worden und seit 2002 den Besuchern und Besucherinnen des Schlossmuseums zugänglich.

Im Rahmen von Sonderführungen anlässlich der Ausstellungsreihe Zwei Räume für sich allein wird nun auch die Ruhenische im Dachgeschoss temporär zu besichtigen sein.
Maria von Gneisenau, 1916 Porträtfotografie, umseitig
eigenhändig beschriftet, Privatbesitz

Marmorbad der Gräfin Maria von Gneisenau auf Schloss Molsdorf, um 1910
Entwurf und Ausführung: Paul Schultze-Naumburg und die Saalecker Werkstätten
© Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten
Foto: Constantin Beyer

Ruhenische der Gräfin Maria von Gneisenau auf Schloss Molsdorf, um 1910
Entwurf und Ausführung: Paul Schultze-Naumburg und die Saalecker Werkstätten

© Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten / Bildarchiv Foto Marburg

Schloss Molsdorf © Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten
Foto: Thomas Müller

Buch zur Ausstellungsreihe

Buch zur
Ausstellungsreihe



2016, 240 Seiten, 75 Farb- und 35 S/W-Abb., gebunden, 14,5 x 24 cm, Deutsch/teilweise Englisch
ISBN 978-3-95763-354-5

Preis: 29,-€
(inkl.7 % MwSt. zzgl. Versandkosten)

Die Publikation kann über
schlossverwaltung.molsdorf@erfurt.de
erworben werden.

Schloss Impressionen

Schloss
Impressionen



Schloss Molsdorf © Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten
Foto: Thomas Müller

Marmorbad


Marmorbad der Gräfin Maria von Gneisenau auf Schloss Molsdorf, um 1910
Entwurf und Ausführung: Paul Schultze-Naumburg und die Saalecker Werkstätten
© Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten
Foto: Constantin Beyer

Ruhenische


Ruhenische der Gräfin Maria von Gneisenau auf Schloss Molsdorf, um 1910
Entwurf und Ausführung: Paul Schultze-Naumburg und die Saalecker Werkstätten

© Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten / Bildarchiv Foto Marburg

Maria von Gneisenau


Maria von Gneisenau, 1916 Porträtfotografie, umseitig
eigenhändig beschriftet, Privatbesitz

Ausstellungsimpressionen


Videoprojektion zu Leben und Wirken Maria von Gneisenaus auf Schloss Molsdorf © Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten
Foto: Thomas Müller

Ausstellungsimpressionen


Die Künstlerin Delphine Courtillot in ihrer Ausstellung © Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten, Foto: Thomas Müller

Ausstellungsimpressionen


Ausstellungsimpressionen © Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten, Foto: Thomas Müller

Ausstellungsimpressionen


Ausstellungsimpressionen © Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten, Foto: Thomas Müller

Ausstellungsimpressionen


Ausstellungsimpressionen © Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten, Foto: Thomas Müller

Ausstellungsimpressionen


Die Sopranistin Pauline Sophie Keidel und der Pianist Masato Kawado nach den "Mädchenblumen" von Richard Strauss © Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten, Foto: Thomas Müller

Ausstellungsimpressionen


Ausstellungsimpressionen © Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten, Foto: Thomas Müller

Ausstellungsrundgaenge 
und Besichtigungen


Ausstellungsrundgaenge

und Besichtigungen
 der
Ruhenische mit der 
Kuratorin
Dr. Silke Opitz


So, 13 Uhr

17. April
5. Juni
19. Juni
7. August
21. August

9. Oktober
23. Oktober

11. Dezember


Sa, 14 Uhr

14. Mai

Vortraege


Sa, 16 Uhr
14. Mai

Dichterfreundin der Gräfin Gneisenau:
 Sophie Hoechstetter und die 
Dornburger Frauenkolonie

Dr. Gisela Horn 
(Dornburg)

So, 16 Uhr
19. Juni

Das Schloss und ich, wir 
grüßen Sie
 Maria von Gneisenau und 
Rainer Maria Rilke
Dr. Silke Opitz 
(Kunstmuseen der Stadt Erfurt)

So, 16 Uhr
9. Oktober

Zwei Räume für sich allein – und
 von Paul Schultze-Naumburg
 Ein konservativer Architekt des frühen 20. Jahrhunderts
Dr. Ralf-Peter Pinkwart 
(Landesamt für Denkmalpflege Sachsen)

Ausstellungsrundgaenge 
und Besichtigungen


Rundgaenge
Besichtigungen
Vortraege
 

Vortraege


Sa, 16 Uhr
14. Mai

Dichterfreundin der Gräfin Gneisenau:
 Sophie Hoechstetter und die 
Dornburger Frauenkolonie

Dr. Gisela Horn 
(Dornburg)

So, 16 Uhr
19. Juni

Das Schloss und ich, wir 
grüßen Sie. 
Maria von Gneisenau und 
Rainer Maria Rilke
Dr. Silke Opitz 
(Kunstmuseen der Stadt Erfurt)

So, 16 Uhr
9. Oktober

Zwei Räume für sich allein – und
 von Paul Schultze-Naumburg
 Ein konservativer Architekt des frühen 20. Jahrhunderts
Dr. Ralf-Peter Pinkwart 
(Landesamt für Denkmalpflege Sachsen)

Besucherinformationen

Schlossmuseum Molsdorf
Schlossplatz 6
D-99094 Erfurt
T: +49(0) 36202 90505
schlossverwaltung.
molsdorf@erfurt.de



Oeffnungszeiten

Di–So, Feiertags 10­–18 Uhr

Eintritt

Erw.: 6 EUR
Erm.: 4 EUR

Auto

A4 Aachen–Köln–Olpe–Bad Laasphe–Bad Hersfeld–Eisenach–Erfurt–Hermsdorfer Kreuz–Dresden–Görlitz Abfahrt Neudietendorf, weiter Richtung Molsdorf

Bahn/Bus

Berlin-München und Frankfurt-Dresden (Halt in Erfurt) Bus Linie 51
ab Erfurter Hauptbahnhof Richtung Schloss Molsdorf

Ein projekt der Kunsthalle Erfurt auf Schloss Molsdorf


Mit freundlicher Unterstuetzung von


Impressum

Schriften
Suisse Int.; Archive Pro

Code/Entwicklung
Valerian Blos

Konzept/Gestaltung
Lukas Küng, Giulia Schelm (Im Burrow)
Weichselstr.2
D–12043 Berlin
T: +49 (0) 30 22412286
www.lukaskueng.com

BILDNACHWEIS


1
Marmorbad, Maria von Gneisenaus
auf Schloss Molsdorf, um 1910
Entwurf und Ausführung: Paul Schultze-Naumburg und die Saalecker Werkstätten
© Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten
Foto: Thomas Müller
2
Ruhenische, Maria von Gneisenaus
auf Schloss Molsdorf, um 1910
Entwurf und Ausführung: Paul Schultze-Naumburg und die Saalecker Werkstätten 
© Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten
Foto: Thomas Müller

3
Maria von Gneisenau, 1916
Porträtfotografie, umseitig
eigenhändig beschriftet
© Privatbesitz

BILDNACHWEIS KÜNSTLER


Delphine Courtillot
Raptures of the Deep, 2009
Gouache und Aquarell auf Papier,
60 × 80 cm,
© die Künstlerin / the artist

Jorge Chamorro
Aus der Serie Puppets and more, 2015 / Collage 19,4 × 13,8 cm (Collage), 42 × 29,7 cm (Blatt / Sheet of paper)
© die Künstlerin / the artist

Wiebke Meurer
White, 2015
Schmetterling, Porzellan, 800 Silber
28 × 21 × 2cm
© die Künstlerin / the artist

Sarah Westphal
Stilleven, 2008
Serie von 4 Fotografien,
Tintenstrahldruck auf Alu-Dibond /
Series of 4 photographs, inkjet prints mounted on Dibond
je / each 52 × 77,3 cm oder / or 52 × 78 cm
© die Künstlerin / the artist

Besucherinformationen

Schlossmuseum
Molsdorf
Schlossplatz 6
D-99094 Erfurt
T: +49(0) 36202 90505
schlossverwaltung.
molsdorf@erfurt.de

Oeffnungszeiten

Di–So, Feiertags 10­–18 Uhr

Eintritt

Erw.: 6 EUR
Erm.: 4 EUR

Auto

A4 Aachen–Köln–Olpe–Bad Laasphe–Bad Hersfeld–Eisenach–Erfurt–Hermsdorfer Kreuz–Dresden–Görlitz Abfahrt Neudietendorf, weiter Richtung Molsdorf

Bahn/Bus

Berlin-München und Frankfurt-Dresden (Halt in Erfurt) Bus Linie 51
ab Erfurter Hauptbahnhof Richtung Schloss Molsdorf

Ein projekt der Kunsthalle Erfurt auf Schloss Molsdorf



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Code/Entwicklung: Valerian Blos
Konzept/Gestaltung: Lukas Küng, Giulia Schelm (Im Burrow)
Weichselstr.2
D–12043 Berlin
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www.lukaskueng.com

 

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© Alle Rechte vorbehalten.
 
 

Delphine
Courtillot
17.04.—
05.06.16

Jorge
Chamorro
19.06.—
07.08.16

Wiebke
Meurer
21.08.—
09.10.16

Sarah
Westphal
23.10.—
11.12.16

Delphine Courtillot

Delphine
Courtillot
17.04.—
05.06.16

Delphine Courtillot, Raptures of the Deep, 2009, Gouache und Aquarell auf Papier, 60×80 cm
© die Künstlerin
Delphine Courtillot wird im Turmzimmer eine auf den Ausstellungskontext hin getroffene Auswahl ihrer Arbeiten zeigen. Ihre feinmalerische Serie von Gouachen Raptures of the Deep kann dabei durchaus als Reflexion des Stils wie des Interieurs des historischen Ruheraumes der Gräfin Gneisenau im Molsdorfer Schloss sowie dessen zeitgeschichtlicher Epoche gesehen werden. Courtillot verhandelt in ihren Arbeiten nicht nur kunsthistorische Stilrichtungen und die zugehörige Architektur, Mode und das Design als Grenzbereiche zur »hohen« Kunst. Stets thematisiert sie auch deren Zeitlichkeit und damit vor allem die heutige Retrospektive einschließlich des imaginierenden, bisweilen nostalgisch-verklärten Blicks auf die vergangenen Epochen voll (vermeintlicher) Schönheit und Idylle. Über das Medium der Malerei verhandelt Courtillot zudem die jüngeren »Nachbardisziplinen« Fotografie und (Kino-) Film sowie jeweilige narrative Bildmuster und -montagen wie entsprechende kognitive Prozesse.

In ihren gegenwärtigen, aber eben historisierenden fotografischen Sets inszeniert sich die Künstlerin oft auch selbst und probiert als Bildfigur diverse weibliche Rollen und Identitäten aus. Im Kontext der Maria von Gneisenau gewidmeten Ausstellungsreihe erscheinen besonders die dezidiert weibliche und darin sehr subtile Sicht der Künstlerin sowie ihr Angebot, Geschichte mittels Phantasie zu beleben, relevant.

www.delphinecourtillot.com

Jorge Chamorro

Jorge
Chamorro
19.06.—
07.08.16

Jorge Chamorro, aus der Serie Puppen und mehr, 2015, Collage auf Papier, 21,5×15,5 cm
© der Künstler
Der spanische, in Berlin und Madrid lebende Graphikdesigner und Collagekünstler zeigt im Turmzimmer eine Auswahl seiner neuen und neuesten Collagen. Mit diesen hinterfragt, entlarvt oder re-kontextualisiert er Sexualität und Geschlechterrollen, darüber hinaus (Sozial-) Geschichte sowie politische Ideologien und konkrete historische Ereignisse. Seine durch das Neuarrangement bereits vorhandener Bildausschnitte und -details entstandenen Kompositionen veranschaulichen generell die Konstruktion von visuellen Abbildern der Wirklichkeit und somit im Grunde auch die (Re-)Konstruktion von Wirklichkeit selbst.

Im Kontext der Ausstellungsreihe erscheint allein schon das Collage-Prinzip interessant, das Chamorro als künstlerische Technik favorisiert. Denn im übertragenen Sinne fand dieses auch Anwendung für das Zusammensetzen des »Bildes der Gneisenau« aus vorgefundenen schriftlichen, bildlichen und realräumlichen Fragmenten. Besonders die von Chamorro spielerisch betriebene Neukombination beziehungsweise das »Aufmischen« tradierter Rollenbilder und Klischees waren auch schon für die Gräfin von Belang – wenn auch vergleichsweise verhalten.

www.jorgechamorro.es

Wiebke Meurer

Wiebke
Meurer
21.08.—
09.10.16

Wiebke Meurer, White, 2014, 800 Silber, Schmetterling, Porzellan, 28×21×2cm
© die Künstlerin
Wiebke Meurer wird im Turmzimmer eine auf den Ausstellungskontext hin getroffene Auswahl ihrer neuesten Arbeiten präsentieren. Ihre kostbaren Objekte wirken wie nachgereichte Geschenke an Maria von Gneisenau und würden sicher deren belegbarer Vorliebe für edle Materialien und für ausgefallenes Design entsprechen. Von den Neigungen der Gräfin aber einmal abgesehen, transportieren die fantastischen Arbeiten aus Gold, Silber, Kupfer und Porzellan aber noch ganz andere Botschaften ... nicht ohne hintergründigen und bisweilen schwarzen Humor. Die fragilen Kunstwerke sind nicht nur formschön und exquisit. Das wäre schlicht zu wenig.

www.wiebkemeurer.com

Sarah Westphal

Sarah
Westphal
23.10.—
11.12.16

Sarah Westphal, Stilleven, 2008, Serie von 4 Fotografien, Tintenstrahldruck auf Alu-Dibond, je 52×77,3 cm oder 52×78 cm
© die Künstlerin
Sarah Westphal wird im Turmzimmer eine ortsspezifische Installation entwickeln. Die Künstlerin war bereits 2015 auf Schloss Molsdorf zu Gast und an der Sommerausstellung FULL HOUSE beteiligt. Während und im Anschluss ihres Aufenthaltes hat sie sich intensiv mit den beiden Räumen Maria von Gneisenaus beschäftigt und wird deren einstige Funktion, vor allem aber die von ihnen noch immer ausgehende Wirkung und Atmosphäre in einer neuen Arbeit reflektieren.

Mit ihren streng komponierten Fotografien und aufwendig arrangierten Installationen untersucht Westphal generell Zeit und Zeitschichten, die sich in Wohnräume eingeschrieben oder abgelagert haben. Dabei sind die ursprünglichen Bewohner (längst) abwesend. Ohne Sentiment, aber doch auf poetische Weise werden an sich konkrete Spuren als beinahe »ewig« erscheinende oder wiederkehrende Muster erfasst.

www.sarahwestphal.com